Bewirtschaftung

Bewirtschaftung

NAME Lutz Kedenburg
POSITION Schulhausmeister seit 1992
BEI SBH seit 2014

NAME Michelle Möhrke
POSITION Objektmanagerin
BEI SBH seit 2011

Mitten im Gespräch steht plötzlich eine Pfütze im Raum, respektive ihre Vorbotin. Eine Reinigungskraft berichtet aufgeregt von Wasser im Keller – die Waschmaschine, ob Herr Kedenburg mal kurz … Wenig später dann, als die Störung beseitigt ist, erzählt Lutz Kedenburg, dass solche spontanen Reparatureinsätze inzwischen eher die Ausnahme in seinem Arbeitsalltag seien. »Früher haben wir überwiegend handwerklich gearbeitet und eher selten im Büro. Heute ist das umgekehrt.«

Ein Mann für alle Fälle

Der Hausmeister, sagt der Mann, der den Job seit mittlerweile 27 Jahren macht, sei heute Anlaufstelle für alle, die irgendwie mit der Schule zu tun haben. Handwerker, Paketzusteller, Caterer, Reinigungs- und Entsorgungsfirmen, Sportvereine, Nachbarn. »Selbst wenn das Bezirksamt hier in der Schule einen Wahlraum einrichten will, schreiben die mich an. Nicht die Schulleitung.«

Natürlich ist er außerdem Ansprechpartner der Schulleitung, er kümmert sich darum, wenn Kinder den Pausenball in eine missliche Lage gebracht haben und unterstützt dort, wo während des Schulbetriebs Mensch und Gebäudetechnik aneinandergeraten. Die hat es nämlich an seinem Standort in sich. Von Geothermie über Solartechnik bis zur Entlüftungsanlage ist alles da. Die verschiedenen Anlagen jederzeit im Griff zu haben und optimal auszusteuern, kostet ebenfalls Zeit.

Sind größere Herausforderungen in Sicht, in der Instandhaltung oder Bewirtschaftung, tritt Michelle Möhrke auf den Plan. Als Objektmanagerin betreut sie in der Schulbauregion Mitte neun Standorte. Auch den von Lutz Kedenburg. Möhrke schätzt seine große Erfahrung – und kann ihm im Alltag viel freie Hand lassen. Das entlastet sie und sie kann sich intensiver darum kümmern, die Instandhaltungsplanung für ihre Schulen zu erstellen: »Welche baulichen Maßnahmen stehen an, was kosten die, brauche ich dafür die Unterstützung aus dem Baubereich?«

»Wir priorisieren die Projekte selber: Was ist unbedingt notwendig und was kann man vielleicht noch schieben?«

Die Instandhaltung, erklärt Möhrke, sei dabei klar von der Sanierung zu unterscheiden. »Es gibt einen Rahmenplan, in dem steht, welche Schulen wann saniert werden sollen. Die Schulen, die darin nicht auftauchen, fallen in meine Obhut. Dafür gibt es ein Budget und ich muss sehen, dass ich damit meine Standorte in Schuss halte.« Natürlich ist auch dieser Topf begrenzt. Aber unter den Objektmanagerinnen und Objektmanagern in der Region kommt es deshalb »nicht zum Hauen und Stechen«, lacht Möhrke. »Wir priorisieren unsere Projekte selber, schon bevor wir in die Absprache gehen. Was ist Bausubstanzerhalt und unbedingt notwendig und was kann man vielleicht noch schieben?«

Nicht alle Wünsche und Ideen, die die Schulen an Michelle Möhrke herantragen, kann sie über ihren Instandhaltungsplan umsetzen. Vom Objektmanagement getroffene Entscheidungen in den Schulen zu vermitteln, verlange daher schon »etwas Fingerspitzengefühl«. Zumal eine etwaige Unzufriedenheit in zwei Richtungen ausschlagen könne. Manche Schulen hätten den Eindruck, »zu kurz zu kommen, andere fühlen sich als quasi Dauerbaustelle überfordert«.

Da die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer für das Objektmanagement wichtig ist, tut Möhrke, was in ihren Kräften steht, um den Schulen entgegenzukommen. »Lassen sich vielleicht zwei Baumaßnahmen tauschen, weil der Schule das eine Vorhaben wichtiger ist als das andere? Oder können wir ein Restbudget, das in der Instandhaltung nicht verbraucht wurde, in das Vorhaben umleiten, das sich die Schule wünscht?«

Die Erfahrungen, die über die Jahre an den Standorten gemacht werden, sind eine wertvolle Ressource, um in Zukunft noch effizienter und kundenorientierter zu planen und zu Werke zu gehen. Gerade für die Objektmanagerin gibt es deshalb regelmäßig Termine, bei denen es um Austausch geht. Alle 14 Tage die Teamrunde des Objektmanagements, ebenfalls zweiwöchentlich die Regionalrunde, in der auch die Baumanager dabei sind.

»Es ist einfach toll, wenn ich sehe, wie sich ein Hausmeister mit seinem Standort identifiziert.«

Michelle Möhrke hat sichtlich Spaß an ihrem Job. Es freut sie, dass ihre Planung Früchte trägt und sich ihre Schulen weiterentwickeln. Und sie weiß, welche zentrale Rolle die Schulhausmeister dabei spielen. Ein besonderes Anliegen ist ihr, die Hausmeister vor Ort ihre Wertschätzung wissen und spüren zu lassen. »Es ist einfach toll, wenn ich sehe, wie sich ein Hausmeister mit seinem Standort identifiziert und sich dort richtig reinhängt.« Ihr ist klar, dass der Hausmeister das Gesicht der Schule ist, nicht sie. Dem stimmt Lutz Kedenburg sofort zu. Er merke, so schmunzelt er, wenn ihn die Leute im Einkaufszentrum freundlich grüßen oder eher scheel ansehen. Das gelte dann ihm als Bindeglied zur Schule, nicht dem Mitbürger Lutz Kedenburg.

Auf die Zukunft angesprochen, tut sich Lutz Kedenburg schwer. Das klinge vielleicht blöd, aber er habe alles, was er beruflich je wollte. Abwechslung praktisch jeden Tag, Veränderungen, die ihn zum Dazulernen bringen, Wertschätzung seiner Arbeit – und vor allem das Leuchten in den Augen der Kinder, wenn er Bälle rettet, neue Spielzeuge montiert oder einfach ein aufmunterndes Wort hat. »Ich fühle mich hier wohl. Das ist meine Schule. Hier bleibe ich.«

Michelle Möhrke geht es ähnlich, aber sie wünscht sich, dass die politische Zielstellung beibehalten wird. Der Bedarf werde nicht irgendwann abgearbeitet sein. Man müsse »dranbleiben und die guten Ergebnisse weiterentwickeln. Die Aufgabe endet ja nicht – im Gegenteil, die Schülerzahlen wachsen.«