Hochschulbau

Hochschulbau

NAME Frank Vollmer
POSITION Teamleiter Projektsteuerung
BEI SBH seit 2019

Um eine Unternehmung nach vorn zu bringen, braucht es strategische Klugheit und entschlossenes Handeln. Die anstehenden Projekte im Hochschulbereich sind nicht einfach nur größer. Durch die heterogene Nutzerschaft sind sie ungleich komplexer, anspruchsvoller und kostenintensiver. Sie sind – Neuland. Die GMH hat das Ziel, den Hochschulbau zu einer neuen Kernkompetenz heranwachsen zu lassen. Der Prozess ist in vollem Gange. Während die ersten Gebäude entstehen, entstehen mit ihnen die Teams, die die Zukunft des Hamburger Hochschulbaus gestalten wollen.

Leuchtturmprojekt mit 160 Mio. Euro Bauvolumen

Eine zentrale Figur in diesem Szenario ist Frank Vollmer, Architekt und verantwortlicher Projektsteuerer des MIN-Forums am Unicampus Bundesstraße. Erst seit vier Monaten ist er an Bord. Auf die Frage, ob er schon völlig angekommen sei, antwortet er ganz offen: »Im Projekt bin ich drin. In die speziellen Abläufe eines öffentlichen Unternehmens arbeite ich mich noch ein.« Seinen Job beschreibt Vollmer so: »Es geht, grob gesagt, um Kosten und Termine. Das MIN-Forum hat ein Volumen von rund 160 Millionen Euro. Die Übergabe an den Nutzer ist für Anfang des Jahres 2023 geplant. Ich halte das Schiff auf Kurs. Und bevor es irgendwo aneckt, ist es meine Aufgabe, es wieder ins Fahrwasser zu bringen.«

Aktuell liegt die Baustelle im Plan. Erdarbeiten sind im Gange, die Baugrube soll durch Schlitzwände umschlossen werden. Zum Tagesgeschäft von Frank Vollmer gehört dann zum Beispiel auch dies: Es wurden Leitungen im Boden entdeckt, die an der Stelle nicht sein sollten – und die dem Schlitzbagger bzw. den einzubringenden Schlitzwänden im Weg sind. Es gelang, eine Firma zu beauftragen, die »jetzt draußen ist und die Leitungen verlegt. Dafür brauchen die vier Tage. Die Schlitzbaggerarbeiten starten auch heute, und wenn alles gut geht und der Bagger in vier Tagen an die Stelle kommt, dann ist die Firma dort gerade fertig und weg.« Ein »Optimalfall«, sagt Vollmer, oft laufe es nicht so glatt. Dann »müssen wir sehen, wie wir verlorene Zeit wieder aufholen. Ich bin es gewohnt, intensiv zu arbeiten.«

Unterwegs zwischen »Digital Twin« und Baustelle

Die Digitalisierung ihrer Prozesse ist etwas, das die Baubranche zurzeit stark beschäftigt. BIM ist in diesem Zusammenhang ein oft gehörtes Schlagwort. Es steht für Building Information Modeling und meint ein dreidimensionales Abbild des kompletten Gebäudeentwurfs. Sein digitaler Zwilling sozusagen. Vieles steckt hier noch in den Kinderschuhen, weit entfernt von bewährten Standards. Aber auch GMH will in dem Bereich Erfahrungen sammeln. »Unser Planer für die Technische Gebäudeausstattung arbeitet bereits in ein 3D-Modell«, erklärt Vollmer. Und die Projektkommunikation – also E-Mails, Pläne, Checklisten, Protokolle und viele andere Dokumente, die für einen zügigen Projektfortschritt unerlässlich sind – liefen bereits auf einem Projektserver zusammen. »Auf den haben alle Fachplaner Zugriff«, so Vollmer.

Das tägliche, operative Geschäft finde aber nach wie vor draußen auf der Baustelle statt. »Das funktioniert über E-Mail und Telefon.« Da heiße es dann: »Du musst mal rauskommen und gucken«, erläutert der Projektsteuerer schmunzelnd. »Und dann geht es darum, die Lage zu sondieren und gemeinsam die optimale Lösung zu entwickeln.« Zu den Ad-hoc-Zusammenkünften kommen regelmäßige Treffen. Alle 14 Tage versammeln sich sämtliche Planer, um »den aktuellen Stand auf den Tisch zu legen, zu besprechen, wo es hakt, Kollisionspunkte zu identifizieren und zu lösen.«

»Das Projekt hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen.«

Erfahrungen sind ein wichtiges Gut, wenn man Neuland betritt. Das MIN-Forum ist das zweite große Projekt am Campus Bundesstraße. Beim »Haus der Erde« ist man schon weiter. Vollmer: »Mit dem Team vom Haus der Erde haben wir einen Austausch etabliert. Unter dem Motto »Voneinander lernen« treffen wir uns einmal im Monat. Die sagen uns, wie es bei ihnen gelaufen ist, dann gucken wir gemeinsam drauf und versuchen die Learnings bei uns im Projekt einzuspielen.«

Nach nur vier Monaten ist es für ein Fazit viel zu früh. Vielleicht so: Was motiviert Frank Vollmer? »Ich bin hier sehr freundlich empfangen worden, trotzdem gab es nach meinen vielen Jahren in der privaten Bauwirtschaft einige Anlaufschwierigkeiten. Aber das Projekt hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Ich habe mich für das Projekt und den Hochschulbau entschieden. Ich bleibe. « Wobei für Vollmer »das Projekt« weit mehr umfasst als das MIN- Gebäude, das er gerade baut. »Was die Stadt hier mit dem Uni-Standort vorhat, das ist schon toll. Das mitzugestalten, reizt mich.«

In seinem Fokus zurzeit dabei: eine Mannschaft schmieden. »Hier entwickelt sich gerade ein junges Team. Junge Leute an die Aufgabe heranzuführen, das motiviert mich. Denen zu vermitteln, ja, das ist ein harter Job, aber man kann auch viel bewegen. Und das macht Spaß.« Das Team sei noch nicht komplett und es sei ihm klar, dass es nicht leicht werde, kluge Leute mit der richtigen Einstellung zu finden. Aber Vollmer vertraut darauf, dass die Besten am Ende sehen werden, was er sah: »Die Entwicklung des Unicampus geht ja weiter. Noch Jahre und Jahrzehnte. Da werden weiter hochinteressante Sachen gebaut – das kann schon ein Magnet werden.«