Die Kunst des gemeinsamen Erfolgs

Es gibt gute Lernorte und solche, die fürs Lernen eher weniger taugen. Wenn man von einer Schule als dem »dritten Pädagogen« spricht, dann deshalb, weil die Möglichkeiten des Ortes das Lernen maßgeblich mitgestalten. Und um herauszufinden, was ein guter Lernort braucht, fragt man am besten die, die für gutes Lernen zuständig sind.

Die Kunst des gemeinsamen Erfolgs


Im Hamburger Schulbau passiert das in der sogenannten »Phase Null«. Sie bezeichnet einen Prozess, in dem die zukünftigen Nutzer mitbestimmen, wie das Gebäude ihren Zielen entgegenkommen soll. Maria Visser aus dem Technischen Facility Management ist bei SBH und GMH Ansprechpartnerin für Beteiligungsprozesse: »Die Phase Null bedeutet, noch mal bei null zu starten. Auch die eigenen Denkweisen werden hier hinterfragt. So finden wir gemeinsam heraus, wie sich pädagogische Ziele in die Realität eines Gebäudes übersetzen lassen.« Der Prozess sei enorm wichtig, aber auch sehr anspruchsvoll. Einvernehmliche Lösungen zu finden, ist keine kleine Herausforderung. 

»Ein strukturierter Ablauf ist für den Erfolg von Beteiligungsprozessen entscheidend«

Dorit Kästner ist Teamleiterin  im Baumanagement der Schulbau-Region Altona. Sie betont, dass »ein strukturierter Ablauf für den Erfolg von Beteiligungsprozessen entscheidend ist. Die Gefahr ist groß, sich im Klein-Klein zu verzetteln. Wir freuen uns, wenn die Schule ein Bau-Team bestimmt. Diese Gruppe ist dann unser Ansprechpartner und kommuniziert alle Entwicklungen in die Schule und ihre Gremien weiter.« 

Trotzdem kommt es mitunter zu besonderen Herausforderungen. Bei der neuen Stadtteilschule Lurup saß beispielsweise mit dem Bezirksamt ein zusätzlicher Partner am Tisch. Er brachte die Idee einer »Community School« mit. Sie sollte einen Raum schaffen, der die Schule ins Quartier öffnet und zugleich das Ganztagsangebot der Schule bereichert. »Wir müssen als Projektsteuerer auch damit umgehen können«, so Kästner, »dass wir das detaillierte Nutzungskonzept für eine Räumlichkeit nicht kennen. Im Falle der Stadtteilschule Lurup müssen wir jetzt beispielsweise technische Anforderungen meistern, die in der Planung noch keine Rolle spielten.« Kästner und Visser berichten von Projekten, bei denen sich gute Ergebnisse nur in kleinen Schritten erzielen ließen. Und sie erzählen von Vorhaben, die wie beflügelt abliefen, weil die gemeinsam erreichten Ziele die Erwartungen aller Beteiligte  bei Weitem übertrafen. Auch persönlich sind Beteiligungsprozesse ein sehr kräftezehrendes Unterfangen. Aber für Bildungsbauten, die den Anspruch haben, pädagogische Konzepte bestmöglich in bauliche Konzepte zu überführen, sind sie unerlässlich.